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Yellowstone – ein einzigartiger Fleck auf dieser Erde

Ein weiteres Highlight auf unserer USA Reise war der Yellowstone Nationalpark. Bewusst um die Grösse, die Vielfältigkeit und die Zeit, die für Tierbeobachtungen notwendig ist, haben wir fünf Tage für den ältesten Nationalpark der Welt eingeplant. Belohnt wurden wir mit vielen tollen Landschaften und Erlebnissen.
Der Start für die zweite Etappe unserer USA Rundreise 2014 war Salt Lake City. Noch am Abend unserer Ankunft durften wir unseren Freund Roland vom Flughafen abholen. Er begleitet uns auf der weiteren Reise durch den Yellowstone Nationalpark und stiess daher in SLC zu uns. Nach einer kurzen Sightseeing-Tour durch die Mormonen-Hauptstadt am nächsten Morgen reisten wir nach Norden. Via Jackson (welches nur als Übernachtungsort für die Anreise diente) und den Grand Teton Nationalpark (wo wir ebenfalls nur wenige Fotos-Stopps einlegten) fuhren wir von Süden in den ältesten Nationalpark der Welt hinein. Es verwunderte uns nicht, dass wir da und dort am Strassenrand noch meterhohe Schneehaufen sehen könnten, wurde der Park doch erst im Mai geöffnet. Das Wetter begrüsste uns allerdings bereits bei der „Einreise“ in den Park mit typischem Yellowstone-Wetter: kühl, windig, bewölkt, da und dort etwas Sonne und gleichzeitig bedrohliche Regenwolken.

Die ersten beiden Tage im Yellowstone Nationalpark nutzten wir um die vielen geologisch interessanten Sehenswürdigkeiten zu besuchen, bestaunen und beobachten. Während der Old Faithful (evtl. der bekannteste Geysir der Welt?) uns am ersten Tag eher noch enttäuschte, war die Eruption am zweiten Tag doch recht eindrücklich. Lag es wohl am besseren Wetter? Es war aber nicht minder interessant, die vielen heissen Quellen sowie blubbernden und kochende Schlammlöcher zu bestaunen. Ebenfalls angetan waren wir von denjenigen Quellen, die in genügend flachem Gelände liegen. Da das abfliessende Wasser dieser Quellen sehr langsam fliesst, ist es Bakterien möglich, sich anzusammeln und dort zu überleben. Je nach Temperatur des Wassers haben diese thermophilen Mikroben eine andere Farbe. Zusammen mit den am Rand der Quelle lebenden Organismen ergeben sich so wunderbare Farbbilder. Das im Yellowstone wohl bekannteste Beispiel dafür ist die „Grand Prismatic Spring“ – eine riesengrosse Quelle mit wunderschön eingefärbten Randregionen.

Den zweiten Teil unseres Besuchs im Yellowstone widmeten wir den Tieren, bzw. der Beobachtung derselben. Gemäss Reiseführer und der Auskunft eines Rangers sei die „statistische Wahrscheinlichkeit“, einen Bären zu beobachten, im Hayden Valley am grössten – und das entweder am Morgenfrüh oder in den Abendstunden. Also läutete der Wecker am Morgen des dritten Tages bereits kurz nach 5 Uhr. Rund eine Stunde später hatten wir das Hayden Valley durchfahren, aufgrund des vorherrschenden Nebels aber kaum mehr als ein paar Gänse erspähen können. Kurz vor unserer Umkehr und der zweiten Durchquerung des Tals hatten wir aber das Glück, einen Bären direkt am Strassenrand sehen zu dürfen. Leider verschwand dieser aber nach wenigen Augenblicken im Unterholz. Dennoch: das frühe Aufstehen hat sich damit bereits gelohnt.

Uns fehlten aber noch die grossen Bisonherden, die Dave in bester Erinnerung von seinem ersten Yellowstone-Besuch hatte. Diese herden fanden wir schlussendlich im Lamar Valley im Nordosten des Yellowstone Nationalparks. Eindrücklich, wie rund 200 Tiere über die Felder neben der Strasse ziehen. Sollten Sie die Strasse einmal überqueren, so steht auch der Verkehr für einige Minuten still.

Für uns waren alle kommenden Tierbeobachtungen nun wirklich Zugabe. Das Lamar Valley stellte sich dabei als bester Ort für sämtliche weiteren Tierbeobachtungen heraus. Im Verlaufe der letzten drei Tage im Yellowstone Nationalpark konnten wir insgesamt 16 Bären (davon 4 Jungbären) beobachten. Einige aus sehr grosser Distanz durch ein Fernrohr eines freundlichen Amerikaners, andere aus nächster Nähe. So durchquerte ein Grizzly den Fluss und die Strasse direkt vor unserem Auto, oder aber wir fanden eine Schwarzbären-Mutter schlafend unter einem Baum nahe der Strasse, während ihre zwei kleinen Bärenjungen in mindestens 10 Metern Höhe über ihr in den Ästen ein Nickerchen machten. Zu guter Letzt durften wir sogar Wölfe sehen, was zumindest für Dave ein grosses Highlight war. Interessant war vor allem die Begegnung eines Wolfes mit einem Grizzly, welcher sich gerade an einem gerissenen Kadaver sattfrass. In solchen Momenten trotzte man sogar dem kalten Wind oder dem gerade vorherrschenden kleinen Schneesturm gerne.

Nach fünf aufregenden und erlebnisreichen Tagen in einem der schönsten Nationalpärke der Welt verliessen wir den Park durch den Westeingang und führten unsere Reise gegen Westen fort. Wir sind froh darüber, den Yellowstone Nationalpark in unserem Reiseprogramm in diesem Umfang eingeplant zu haben und dankbar für die tollen Tierbeobachtungen, die wir erleben durften.

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